Biografie

" In ihren Bildern erfindet Sonia Steidle einen ganz eigenen Pflanzenkosmos: Blüten und Fruchtstempel, Samenkörner und Blattwerk mutieren zu abstrakten Formen.

Das Wesen der Pflanze selbst tritt in Erscheinung - Symbol für die metaphysische Sehnsucht nach dem Unendlichen."

Rainer Traube,

Kulturchef Deutsche Welle TV

 

2015+2016

2008

Deutsch-amerikanischer Künstleraustausch Salem New York www.salemartworks.org

"Kultur.21" Kunstedition für das Deutsche Welle Fernsehen www.dw-world.de

2006

Arbeitsaufenthalt in Robert Wilsons Watermill Center, New York www.watermillcenter.org

2005

Stipendium der Byrd Hoffman Foundation, New York www.robertwilson.com

2002

Stipendium "Vendemmiaires", Montpellier Frankreich

1989

Parisstipendium des Deutsch - Französischen - Jugendwerks  www.beauxartsparis.com

1988 - 1989

Kunststudium an der Ecole des Beaux Arts, Paris, bei Prof. Christian Boltanski
1987

Ernennung zur Meisterschülerin  der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf www.kunstakademie-duesseldorf.de

Parisstipendium der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf und des Landes Nordrhein - Westfalen

Förderpreis Bildende Kunst der Stadt Konstanz

1983 - 1988Kunststudium an der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf  www.kunstakademie-duesseldorf.de

1962 *

 
  

Dozentin an verschiedenen Freien Kunstakademien

 

Ausstellungen

Auswahl

2016Brauerei Clemens Härle, Leutkirch (E)
Galerie Bagnato Konstanz www.galerie-bagnato.de
2015"Trailershow", Salem New York (E) www.salemartworks.org
2013"Pflanzenformen", Botanischer Garten, Linz (E)
2011Museum Reichenau (E)
BildungsTURM Konstanz (E)
"Von Melonen und Citrullen"
2010Galerie Bagnato, Konstanz (E) www.galerie-bagnato.de
2009Kunstverein Uelzen (E)
2008Siemens Konstanz (E)
"Blattwerk", Galerie Relate Art, Zürich (E) www.relateart.ch
Galerie Andreas Brüning, Düsseldorf
2007Galerie "Relate Art", Zürich (E) www.relateart.ch
2006Art Chicago, Galerie Andreas Brüning
Galerie Storckowerbogen Berlin
2005Watermill Summer Benefit, New York www.watermillcenter.org

Texte

"Sonia Steidle, Licht und Schatten" - Regina Lange

Sommer und Farbe, dieses Paar ist unserem Gedächtnis intensiv eingeschrieben. Zu Winter und zeitigem Frühjahr jedoch assoziiert man die Umrissform: Gräser, Zweige, ausgereifte Fruchtstände, Bäume - alles scheint nur Silhouette. Doch bringen Licht und Schatten im zwielichtigen Dämmer der Tage von November bis März mehr hervor. Zwischen Hell und Dunkel vermittelt manch noch so schwach wahrnehmbare Farbe. Komplementärkontraste bilden sich langsamer, werden dafür intensiver empfunden. Dem fixierten Schauen verwendet sich das Dämmerlicht in eine Szene voll subtiler Farbigkeit. Hier setzt Sonia Steidle mit ihrer neuen Malerei ein und folgt den Farben im winterlichen Spiel von Licht und Schatten.

Regina Lange

"Sonia Steidle-nach der Natur" Sabine Osswalt
Ungewöhnlich und überraschend wirken Sonias Steidles Pflanzenbilder. Manche von ihnen nehmen die Form von Holzlatten an, sind schmal gebaut und umzäunen ihre dargestellte Vegetation mit kraftvollen Farben. Andere wiederum sind großformatig und öffnen sich dem Raum, dessen Bildfläche wie in einem Schattenspiel von Blattwerk und Geäst nach allen Seiten hin durchtanzt wird.

Die Blume steht als Metapher für die Vergänglichkeit und Wiedergeburt, noch ist sie da, bald nicht mehr, und dann von neuem. An dieses unerschöpfliche Reservoir knüpft Sonia Steidle mit ihren Pflanzenbildern an, wobei das Blumige der Pflanze zurücktritt, weggerückt von blauer Romantik oder illustrativem Kitsch. Die Sache selbst soll in Erscheinung treten, in konstruktiver Strenge wie in der architektonischen Wiedergabe von Stängelgebäuden oder von Beeren, die Atommodellen gleichen. So gibt es neben rot gemalten Vogelbeeren auch blaue oder durch die Pflanze leuchtet wie bei einer Röntgenaufnahme ihr Querschnitt auf.

Sonia Steidles Pflanzenlatten suggerieren Natur und setzen ihr riesiges Inspirationspotential bildnerisch um. Ihre Latten scheinen mit ihren genauen Maßen wie ein Bett gezimmert für die Pflanzen, in dem sie sich zur Paarung oder Niederkunft bereiten, prall gefüllt mit zukünftigem Leben oder - wie in einem Sarg - schon von ihrer Vergänglichkeit gezeichnet mit abgestorbenen Blütenresten. Sie sind Ausdruck davon. dass es viele Formen von Schönheiten gibt, denn auch das Verblühte ist schön, sagt Sonia Steidle.

Dabei lässt sich die Künstlerin von der Frage leiten, was das Wesentliche, die Essenz eines Bildes ist und dafür steht ihr Verfahren, so lange zu reduzieren, bis sie das Bild auf den Punkt gebracht hat - als ein Energiefeld, das lange nachwirkt.

Sabine Osswalt

Text zur Eröffnung der Ausstellung Galerie am Berg, Offenburg 2006
"KunstNatur" - Regina Lange
Lustvoll, farbig leuchtend, frisch und unbekümmert wirken die Pflanzenporträts von Sonia Steidle auf den ersten Blick. Man spürt die Freude, mit der sie ihre Modelle im eigenen Garten hegt, aber man erkennt auch an der Klarheit und Kraft der Linien, dass sie berühmte alte Darstellungen von (Heil)pflanzen wie etwa das "Kräuterbuch von 1543" des Leonhart Fuchs und andere, weniger bekannte und auch zeitgenössische Kompendien studiert. Dabei sucht sie die Wuchsformen und auch das oft verborgene, mikroskopische Antlitz der Gewächse, um diese dann so groß zu zeichnen und zu malen, dass die Struktur und das Ornamentale uns gleich stark wie die üppige Farbigkeit in den Bann ziehen.

Ob in großformatigen Bildern, oft nur heftgroßen Tafeln und in einfachen Holzlatten verschiedner Höhe und Breite - den "Pflanzenlatten" - Sonia Steidle gelingt stets ein doppelter Wurf: Trotz der jeweiligen Isolation der einzelnen Gewächse ist überall die Vitalität, die Üppigkeit der wuchernden Natur mit anwesend. Das Sinnliche der Formen ist immer spürbar, der nachschiebende Wachstumsimpuls im bloßen Stengel unter der Blüte, die seltsame oder strotzende Erotik der pflanzlichen Fortpflanzungsorgane... Die wohltemperierte Wollust der Farben, welche die Natur ausbreitet, begleitet sie meist durch ein monochromen, hier fein, dort kräftig kontrastierenden Farbgrund. Dies sind keine akademischen Pflanzenschnitte und keine sanftmütigen Blümchenbilder, sondern farbige Kraftwerke analog zur Natur.

Regina Lange

Text zur Ausstellung "KunstNatur", Liz Bachhuber, Cathy Choi, Sonia Steidle, Galerie Commercio, Zürich 2004
"Sonia Steidles Malerei" - Dr. Hubert Winkels
(Die folgenden Bemerkungen verdanken ihren Anlass einer Studie, die Dr. Hubert Winkels zu einer Werkschau in der Kunstgalerie Brüning+Zischke, Düsseldorf 1998, vorgelegt hat.)

Der Mensch und die Natur - was für eine dramatische Geschichte unversöhnlicher Gegensätzlichkeit: von Liebe und Hass, Ausbeutung und Vergewaltigung! Wie wollen wir es da mit den Einlassungen der bildenden Künste halten? Sonia Steidle sucht die Begegnung mit unserer Pflanzenwelt. Und wir sind auf der Stelle hingerissen davon: Sollen wir auf die Ebene armseliger Unterhaltung gezogen werden?

Ihre Bilder verfügen über genügend ästhetischen Reiz, um den Betrachter darin schwelgen zu lassen: Ihr kraftvoller Pinselstrich entfesselt einen Sturm an Formen, Farben und Formaten - in perfekter Übereinstimmung mit dem Überfluss und der Vorstellung, die ihr Gegenstand abliefert.

Dennoch kann es passieren, dass Sie, während Sie sich der überschwänglichen Schönheit hingeben, die sich da vor Ihren Augen entfaltet, von Fragen überrascht werden. Nehmen Sie z.B. die ziemlich verwirrende Technik, Bild in Bild zu schalten: Der unmittelbare Effekt ist der einer Verfremdung. Ideographische Notationen, die das konzeptuelle Abstrakt eines floralen Etwas gegen die Grobheit seiner wirklichen Erscheinung ausspielen, sind eher geeignet, das Vergnügen, das wir suchen, zu beeinträchtigen als zu befördern. Offensichtlich dienen sie dem Zweck, Abstand herzustellen. Ein Kunstgriff, um Fragen aufzuwerfen. (Das kann dann auch der Augenblick sein, der dem Betrachter schlagartig das mediale Paradox aufgehen lässt: Malerei ist der Versuch, dem Ereignis berstenden Lebens auf einer stummen, zweidimensionalen Leinwand oder Latte gerecht zu werden).

Die Künstlerin, weit davon entfernt, naiv zu sein, schreckt nicht davor zurück, sich in den uralten philosophischen Streit über Zeit und Vergänglichkeit einzumischen.

Und so ist es. Wenn wir bereit sind, die Einladung anzunehmen, führt sie uns auf den Spielplatz der westlichen Kultur und Zivilisation. Wir erinnern uns an Platon, der uns als Erster lehrte, zwischen dem faktisch Gegenwärtigen und einer vorgeschalteten Konzeption zu unterscheiden. Sofort in Beschlag genommen von der großartigen Versprechung, die mit der Annahme eines Ortes/Hortes "ewiger Ideen" einhergeht, machten sich Männer seiner Statur daran, das Angebot auszubeuten. Erst als es darum ging, die Suppe auszulöffeln, haben wir schließlich begriffen: Es waren diese Leute, die unsere Wahrnehmung von Dasein in Sein und Zeit an die nagende Enttäuschung auslieferten: Was ist uns die Welt noch anderes als das Ergebnis übler Pfuscharbeit? Oder ein böser Streich vielleicht? Die Sterblichkeit jedenfalls ist zum Beweis von Nichtigkeit geworden; und folgerichtig wandte sich gedankenschweres Leben bewusst praktizierter Selbstverachtung zu.

Keine Spur mehr von erbarmungswürdiger Lamentation in Sonia Steidles Bildern. Statt sich mit einem jenseitigen Vater anzulegen, der sich zuviel zugemutet hat, oder sich auf das eitle Pathos des Nihilisten verständigen zu lassen, bietet sie Versöhntheit an: Sie lehrt uns - unaufdringlich, wohlgemerkt!- dass die fliehende Zeit nichts damit am Hut hat, Feindseligkeit zu etablieren, oder ein Rehabilitationslager. Dass sie vielmehr Grund und Voraussetzung ist für die Einzigartigkeit und pralle Fülle eines jeden Lebewesens - und sei es nur das Unkraut, das wir mit Herbiziden bekämpfen/bekämpfen müssen. Zeit/Zeitlichkeit ist die Installation eines Spielplatzes. Du darfst nicht fragen, warum - du bekommst die Antwort nicht. Du solltest deine Spielzeit genießen. Mach dir keine Sorgen um den Ausgang: Es ist immer derselbe.

Betrachten Sie die Ranke, wie sie um ihr bisschen Leben kämpft. Weit davon entfernt, Gequältheit zu formulieren, feiert das Bild die am Schopf gepackte Gelegenheit, zu sehen, was sich machen lässt. Leben ist ein kraftvolles Sichversuchen; zuletzt zeigt es sich einverstanden mit den Dingen, wie sie nun mal laufen in Raum und Zeit; äußert gar ein entschlossenes >Danke!<.

Sonia Steidle weiß um das Geheimnis der Ausgewogenheit. Diskret nähert sie sich der Unergründlichkeit von Sein und Zeit. Traurigkeit ist ihr nicht fremd - aber sie wird nicht ans Triviale drangegeben. Melancholie, die sich nicht zur Depression verführen lässt. Ein Lied hellen Bewusstseins: Spielbewusstsein.

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